Essen mit Mehrwert? Wir erklären Functional Food und Co. thinkstock.com; nicht alle Lebensmittel sind so gesund wie diese

Essen mit Mehrwert? Wir erklären Functional Food und Co.

Seit McDonalds, Burger King und anderen Fast Food-Ketten wissen die meisten, was Fast Food bedeutet. Neuere Trends wie Brain Food, Functional Food und Design Food haben zwar schillernde Namen, aber was verbirgt sich dahinter? Hier gibt es Erklärungen:

Fast Food

Der Begriff bedeutet schnelles Essen, was sowohl für die Zubereitung als auch für den Verzehr gilt. Rationalität und Funktionalität sind wichtiger als Esskultur und Sitten. Gegessen wird unterwegs im Stehen oder im Gehen. Hier gilt der Grundsatz: Zeit ist wichtiger als Ernährung. Fast Food-Produkte erhält man meist in Schnellrestaurants, im Straßen- oder Thekenverkauf. Gerichte wie Burger, Currywurst, Pommes oder Döner sind traditionelles Fast Food, auch Snacks vom Bäcker zählen immer häufiger dazu.

Zur Zubereitung werden häufig halbfertige Lebensmittel verwendet, die mit Hilfe von Mikrowellen, Fritteusen oder Grills verzehrfertig zubereitet werden. Fast Food überschneidet sich häufig mit dem Begriff des Junk Food (siehe nächster Punkt).

Junk Food

Abfall-Essen, das klingt nicht besonders lecker. Das Problem ist allerdings, dass Junk Food sehr wohl schmeckt. Zu Junk Food zählen nämlich Lebensmittel wie Chips, Limonaden, helles Toastbrot und Schoko-Riegel. Ernährungsphysiologisch sind diese Lebensmittel allerdings wertlos, da sie dem Körper keine lebenswichtigen Nährstoffe zuführen. Stattdessen enthalten sie zu viel Fett, Zucker und Salz sowie Kalorien. Ebenso sind meist Zusatzstoffe enthalten, die das Produkt wohlschmeckender oder farbiger machen oder sich anderweitig auf das Lebensmittel auswirken. Häufiger Konsum von Junk Food kann nachweislich zu Übergewicht führen.

Convenience Food

Bequemes Essen ist das Stichwort, das hier zählt. Die Vorbereitung, wie beispielsweise das Schneiden von Gemüse oder Fleisch, fällt bei den Lebensmitteln dieser Kategorie komplett weg. Bei Convenience Food handelt es sich um vorbereitetes oder verzehrfertiges Essen, wie Konserven, Tütensuppen oder Tiefkühlkost. Das Ernährungsportal Baden-Württemberg unterteilt Convenience Food dabei in vier Unterklassen: 1. Küchenfertig (z.B. unzubereitete Tiefkühlkost), 2. Garfertig (z.B. Nudeln, Tütensuppen), 3. Zubereitungsfertig (z.B. Kartoffelpüree-Pulver, tiefgekühlte Fertigkost), 4. Verzehrfertig (Backwaren, Fischkonserven). Convenience Food muss dabei nicht ungesund sein, denn auch verzehrfertige Salate, Joghurt und ähnliches gehören dazu. Genauso ist Tiefkühlkost nicht nur ungesund, da beim Frosten kaum Vitamine verloren gehen.

Functional Food

Funktionelles Essen soll neben dem reinen Wert als Lieferant für wichtige Stoffe für den Körper, noch Zusatzstoffe enthalten, die dem Organismus stärken. Ein positiver Gesundheitseffekt wird nicht selten versprochen. Vom Schutz vor Krankheiten über Steigerung des Wohlbefindens bis hin zu Anti-Aging-Effekten, wurde bis vor kurzem so einiges in der Werbung vorhergesagt. Seit der Einführung einer neuen Health-Claim-Verordnung durch die EU ist dies aber nur noch beschränkt möglich. Viele Functional Foods sind damit durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) entzaubert worden.

Novel Food

Bei neuartigen Lebensmitteln handelt es sich nach gesetzlicher Verordnung der EU um Lebensmittel, die in Europa bisher noch nicht in nennenswertem Umfang zum Verzehr in den Handel gebracht wurden. Für Novel Food gilt, dass es vor dem In-Verkehr-Bringen ein Zulassungsverfahren durchlaufen muss. Nur wenn das jeweilige Produkt gesundheitlich unbedenklich ist, darf es auf den Markt kommen.

Unter Novel Food versteht man Lebensmittel bzw. deren Bestandteile, die mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wurden, eine veränderte Molekülstruktur haben (z.B.: Fettersatzstoffe), generell in Europa weitgehend unbekannt sind oder mit einem unbekannten Verfahren hergestellt worden sind, die sich auf den Nährwert, den Stoffwechsel oder die Menge unerwünschter Stoffe in den Lebensmitteln auswirken.

Novel Food vereint aufgrund seiner Verordnungen verschiedenste Lebensmittelgruppen. So zählen beispielsweise sowohl exotische Früchte (siehe Maqui) als auch Elektrolyt-Getränke (siehe auch Design Food) für Sportler zum Novel Food.

Design Food

Unter Design Food versteht man im Labor kreierte Lebensmittel. Diese sind auf bestimmte Verbrauchergruppen zugeschnitten und oft schon an ihrer Verpackung erkennbar. Lebensmittelverpackungen für Kinder sind häufig bunt und zudem mit einem Spielzeug bestückt. Nahrung für Sportler wird meist mit sportlich designten Verpackungen verkauft. Auch Light-Produkte boomen, sie gehören ebenfalls zum Design Food.

Brain Food

Nahrung für das Gehirn wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit des Körpers aus. Sie fördern sowohl die Merk- und Konzentrationsfähigkeit als auch die Gehirnleistung. Die geistige Fitness wird durch die Nahrungsmittelauswahl entscheidend beeinflusst, da sich diese auf hormonelle Kreisläufe und Neurotransmitter auswirkt.

Wichtig für den Organismus sind neben dem Kohlenhydrat Glucose auch Eiweiße sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie Omega-3-Fettsäuren. Vollkornhaltige Produkte, frisches Obst und Gemüse, Fisch und so weiter, Brain Food ist all das, was man laut den Ernährungsregeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung unter einer vollwertigen Ernährung versteht.

Slow Food

Die Slow Food-Bewegung hat sich einst als Gegenbewegung zum Fast Food gegründet. Ziel ist eine gepflegte Esskultur mit mehreren Faktoren: Qualitätskriterien müssen streng eingehalten werden und die Zubereitung sowie der Verzehr der Lebensmittel sollte in Ruhe und mit Liebe vonstattengehen. Zudem sollten die Mahlzeiten bevorzugt aus Produkten bestehen, die möglichst aus der Region stammen. Biologische sowie umweltfreundliche Aspekte spielen eine Rolle im Reigen der Lebensqualität, auf die Slow Food wert legt.